Ausbildung und Weiterbildung zum Psychoanalytiker am Institut für Psychoanalyse (DPG)



Grundannahmen

Psychoanalytiker zu sein bedeutet, Zugang zum Unbewussten zu haben, sowohl zum eigenen als auch zu dem des Gegenübers. Der Psychoanalytiker muss zudem in der Lage sein, die Manifestationen des Unbewussten in der Beziehung zu erkennen und in therapeutisch hilfreicher Art und Weise damit umzugehen.

Dies erfordert eine intensive persönliche Auseinandersetzung mit sich selbst und mit der Theorie und Praxis der Freudschen Psychoanalyse und ihrer Weiterentwicklungen. Psychoanalytiker und Psychotherapeut zu werden und zu sein, ist ein andauernder Prozess, der nicht mit dem Bestehen der Prüfung oder mit der Zulassung abgeschlossen ist. Sich Offenheit und Neugier gegenüber dem Unbekannten zu erhalten, der Versuch, es in seinem Gesamtzusammenhang zu verstehen und nicht wertend damit umzugehen, ist eine Haltung, die wir in unseren Ausbildungsseminaren vermitteln wollen, und darüber hinaus in unseren kollegialen Gesprächen auch immer wieder neu zu finden versuchen. Diese Grundannahmen bilden den Hintergrund für die Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen am IPN.



Das Institut für Psychoanalyse (DPG)

Unser Institut bildet Ärzte und Diplom-Psychologen zum Psychoanalytiker aus. Die Ausbildung umfasst sowohl die psychoanalytische als auch die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Die Ausbildung bzw. Weiterbildung zum Psychoanalytiker richtet sich dabei nach folgenden Vorgaben:



Voraussetzungen für die Ausbildung und Weiterbildung zum Psychoanalytiker



Formale Kriterien:

Abgeschlossenes Hochschulstudium in Medizin oder Psychologie mit Prüfung in Klinischer Psychologie.


Persönliche Eignung:

Neben den formalen Kriterien ist uns auch die persönliche Eignung wichtig. Daher prüfen wir in drei Eingangsinterviews, ob ein/e Bewerber/in voraussichtlich in der Lage ist, die oben dargestellte Haltung zu entwickeln und therapeutisch hilfreich zu nutzen. Eine eventuell bestehende therapeutische Analyse sollte vor Beginn der Ausbildung abgeschlossen sein.



Psychotherapieausbildung

Die Ausbildung zum Psychoanalytiker erfolgt nebenberuflich und ist in Semestern analog zu Universitätssemestern organisiert. Sie umfasst Seminare zur Theorie und Behandlungspraxis, sowie ausbildungsbegleitend die Lehranalyse. Eine Besonderheit des Nürnberger Instituts ist es, dass Lehranalytiker und Supervisoren im gesamten nordostbayerischen Raum wohnen und arbeiten. Daher ist es an verschiedenen Orten möglich, die Lehranalyse zu absolvieren, z.B. in Nürnberg, Regensburg, München, Fürth, Erlangen, Bamberg, Bayreuth oder Würzburg. Auch die erforderlichen Praktika können in verschiedenen bayerischen Institutionen abgeleistet werden. Die Theorieveranstaltungen finden meist in den Räumen unserer Ambulanz in Nürnberg (nahe beim Klinikum Nord) statt.



Theoretische Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt berufsbegleitend und ist in Semester organisiert. Die Seminare zu Theorie und Behandlungspraxis finden in der Regel mittwochs und freitags, gelegentlich samstags in den Räumen unserer Ambulanz in Nürnberg statt.



Lehranalyse

Die Lehranalyse bei einem/r Lehranalytiker/in des Instituts ist ein zentraler Ausbildungsbestandteil. Diese sollte mit mindestens 3 Wochenstunden während der gesamten Ausbildungsdauer durchgeführt werden, um zu gewährleisten, dass die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen unbewussten Dynamik den gesamten Prozess begleitet.



Praktische Ausbildung

Die praktische Ausbildung umfasst analytische Erstuntersuchungen sowie psychoanalytische und tiefenpsychologisch fundierte Behandlungen unter Supervision von Lehranalytikern des Instituts. Diplom-Psychologen müssen gemäß dem PTG außerdem ein psychosomatisches und ein psychiatrisches Praktikum absolvieren. Hierzu gibt es Praktikumsplätze in Nürnberg, Regensburg, Erlangen, Bamberg, Furth i. Wald, Neustadt a. d. Waldnaab und in Isny im Allgäu.



Ausbildungsabschlüsse

Voraussetzung für die Ausbildung am Institut ist eine abgeschlossene Berufausbildung als Arzt/Ärztin oder Psychologe/Psychologin. Die Institutsausbildung ermöglicht Ärzten den Erwerb der Zusatzbezeichnung "Psychoanalyse" nach den Richtlinien der Landesärztekammer. Psychologen bietet sie die Ausbildung zum "psychologischen Psychotherapeuten" nach dem PTG, den Erwerb von Approbation und Fachkunde und damit die Voraussetzung zur Kassenzulassung. Zudem bietet die sogenannte "verklammerte Ausbildung" am Nürnberger Institut Psychologen die Möglichkeit, durch einen geringen Mehraufwand gleichzeitig zwei Fachkunden zu erwerben: die für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die für Psychoanalyse. Vermittelt werden zudem Kenntnisse in Diagnose- und Indikationsstellung in verschiedenen Kurzzeittherapien sowie Krisenintervention. Nach dem anschließenden Institutsabschluss ist eine Aufnahme in die DPG und die DGPT möglich. Außerdem ist ein Abschluss gemäß den Anforderungen der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV) im überregionalen Verbund möglich. Weitere Einzelheiten finden Sie in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung .



Bewerbung

Bewerbungen für die Ausbildung sind jederzeit möglich. Die entsprechenden Unterlagen können Sie in unserem Sekretariat anfordern.
(E-Mail: sekretariat@dpg-nuernberg.de)



Kosten der Ausbildung

Pro Semester werden Studiengebühren in Höhe von derzeit € 590 erhoben. Das Honorar für Lehranalyse und Supervision liegt derzeit bei ca. 65 – 75 € pro Sitzung.

Den anfallenden Kosten stehen Einnahmen durch Vergütung der Ausbildungsbehandlungen gegenüber, die annähernd deckungsgleich sind. Eine Beispielrechnung können Sie über unser Sekretariat erhalten.

Diese Ausbildungskosten können natürlich steuerlich geltend gemacht werden. Über die finanziellen Aspekte hinaus bietet die Ausbildung anregende Erfahrungen in der persönlichen Entwicklung.